Samstag, 25. Juni 2016
"Suche weichen Sessel. Tausche, gegen harten Stuhl."
Nee, was ist das nur lustig das Seniorenleben. Naja, wenn die Gesundheit mitmacht. Das Schwert des Damokles für Alle.

Mich hat es gerade dämlich erwischt. So wie meine Wühlerei im Garten zu Grenzüberschreitungen führt, die ich dann als schmerzhaftes Sahnehäubchen serviert bekomme. So ist meine geschwundene Überempfindlichkeit gegen "Kälte" ebenfalls ein Phänomen, welches mich über Grenzen zu treiben in der Lage ist.
Mein Temperaturfenster bis zu diesem Frühjahr lag irgendwo jenseits der 25°, und über 38° oben unter der Zimmerdecke oder in direkter Ofennähe habe ich mich auch nicht beschwert.
Ich lief immer in ein oder notfalls zwei Decken gewickelt herum (darunter in voller Montur) und das über Jahre. Wenn ich mal kurz zu leicht bekleidet draußen war oder die Bude nicht richtig warm, dann brauchte ich Stunden, um mich einigermaßen "einzukuscheln". Denn mit dem Frieren habe ich es gehalten wie mit den Ganzkörperschmerzen, ich habe sie "wegmeditiert".
Dass ich hier das Verb meditieren verwende, hat öfter schon zu Protesten aus der Fraktion der "echten (richtigen? wahren?) Meditierer" geführt. Die haben das Wort nämlich geclaimt und rücken es nicht raus. "Das ist kein richtiges Meditieren, was du da machst." heißt es dann. OK, bin schließlich weder Zen-Buddhist noch indischer Fakir, oder wer sonst noch zu dieser Fraktion zählen mag, und sowieso grundsätzlich bereit, dem Wort des Fachmanns zu vertrauen (außer natürlich bei [lange Liste verlogener Experten] wegen der Aufklärung und so) Deswegen "meditiere" ich nur in Gänsefüßchen (oder hießen die Tüttelchen?), Hauptsache ich bewältige meine Schmerzen respektive den innerlichen Frost. Ein Freund nannte mich deswegen immer "Väterchen Frost". Das klang sogar noch cool :-)

Wie auch immer, jetzt laufe ich normal gekleidet herum und kann auch mal kurz ohne Jacke vor die Tür. Tja, und da haben wir dann auch die Grenze. Dieses "kurz" ist relativ relativ, weshalb hier die Fehlerwahrscheinlichkeit ziemlich unwägbar ist.

Vor zwei Tagen war der Gemeindediener vor meinem Grundstück tätig.



Der Leitpfosten ist der wahre Übeltäter. Denn der war der Grund für des Gemeindedieners Auftritt. Allerdings hatte er die Zeit, sich mit mir zu unterhalten. Ich war gerade mal raus, den Hund pieseln lassen, das Wetter live checken und ne Fluppe durchziehen. Dabei nen netten Schnack zu halten, kam dann als Bonus.
Wir mäanderten so durch die Themen, und der Gute lies durchblicken, dass er mich noch immer so nett findet wie früher. Er gehört mit zu den ersten indigenen Kontakten, die ich damals Anfang der 80er hier im Dorf knüpfte.
Aber auch er hatte ne Phase, in der er grimmig dreinschaute. Wie einige Andere auch aus dem Dorf. Weil es mir immer so schlecht ging, und ich mich so scheiße fand, dachte ich zumeist, die hätten wohl was gegen mich.
Aber bei solchen Gesprächen wie jetzt vor meiner Haustür musste ich mehrfach schon feststellen, dass die Muffelfressen ganz andere Ursachen hatten, als ich das eingeschätzt hatte. Einmal war es das Ende des Alkoholismus begleitet vom Ende des Unternehmertums. Klar guckt man dann scheiße aus der Wäsche, wenn dir dein gewohntes Leben weggeschreddert wird vom Schicksal. Da kann ich ein Lied von singen, hmm könnte, wenn ich des Singens mächtig wäre.
Und beim Klönschnack vor der Tür erfuhr ich jetzt vom Bandscheibenvorfall, und eine heftige Narbe durfte ich mir auch ansehen. "Da haben sie mir die Schulter wieder zurecht geflickt." lauteten die beschreibenden Sätze. Für einen Gärtner sind das schwere Blessuren. Der Gemeindedienerjob ist da zum Glück ziemlich elastisch. Es gibt zwar Zeiten zum Reinhauen wie irre, aber eben auch welche, in denen Erholung möglich ist, sofern man sich das entsprechend einteilen kann.
Der andere Opi meiner Enkelin ist auch Gärtner und hat mit Mitte Fünfzig eine neue Hüfte benötigt. Aha, deswegen war er deutlich unlustiger und anfallweise ungerecht geworden. Es lebt sich nicht gut mit Schmerzen, die dann auch noch ein Weiterarbeiten fraglich machen.
Warum wir gesamtgesellschaftlich so sehr auf das Vorhandensein eines validen Geschäftsmodells für jeden Menschen fixiert sind, ist mir überhaupt nicht einsichtig. Es ließe sich auch anders organisieren, und die aktuellen Mängel in der Aufstellung müssten doch für Jedermann erkennbar sein, oder nicht?

Auf jeden Fall blieb ich zu lange draußen und dann noch stehend. Das mit dem steif gestandenen Rücken hat sich wieder gegeben, aber jetzt habe ich Fieber und son Mist. Halsschmerzen und was dazu gehört. Hoffentlich erweist sich Fußball Gucken als Wunderheilung :-)

Vor dem Gemeindediener war der Bankettenmäher ebenfalls hier. Das ist einer der Bauern, die es noch gibt, und er mäht im Auftrag der Gemeinde die Straßenränder mit nem Kreiselmäher (glaube ich). Er oder seine Vorgänger haben den Leitpfostenbestand auf 0 gebracht. Diese Kreiselmäher an nem Trecker mit mehreren hundert PS machen vor garnichts halt.



Deutlich zu sehen: beide Seiten platt.
Das lief gänzlich anders, als ich damals Ende 80er hier einzog. Da unterbrachen sie ihr Mähen beidseitig auf der gesamten Strecke meines Grundstücks. Das habe ich dann mit der Sense erledigt, aber als wir einen Rasenmäher angeschafft hatten, weil die Kinder zu laufen begannen, sollte auch die Bankette damit aufgehübscht werden.
Bis auf drei Eschen, die schon lange dort standen, ist der gesamte Bewuchs von mir. "Das ist nicht erlaubt." sagte ein Hundespaziergänger, den ich schon seit Jahren aus dem Dorf zumindest vom Sehen her kannte. Er sei der Deichvogt und hätte deswegen die Pflicht, mich darauf aufmerksam zu machen.
Jo, danke, das hätte er ruhig ein paar Wochen früher erzählen können, denn immerhin kam er tagtäglich mit seinem Köter bei uns vorbei und hat mir zugeschaut. Ist das nicht frech?
Immerhin musste ich nix entfernen und jetzt ist es zu spät. Alles voll und in der zweiten Reihe an der Sielzugböschung wachsen nur selbstausgesäte Bäume. Für die kann ich nichts, echt nicht :-)
Außerdem haben andere Nachbarn (indigene nämlich!) ebenfalls die Sielzugkante bepflanzt. Bei denen war er garantiert nicht.
Meine Kornblumen und andere Stauden, die ich dort so pöapö hingepflanzt habe, sind der Verkabelung zum Opfer gefallen. Der Strom sollte nicht mehr per Überlandkabel geliefert werden, sondern ein modernes Erdkabel markierte den Fortschritt. Den Strommast aus Beton hätte ich eigentlich gerne behalten, aber das ist ja so eine Sache hinsichtlich der Versicherung. Damals war ich zwar schon Hartzianer und bin deswegen jeden nur erdenklichen Kosten aus dem Weg gegangen, aber dass mir Versicherungen und Sämtliches dazu mal so egal sein sollten, konnte ich mir da noch nicht vorstellen.

Im Kommentarbereich sind noch ein paar schicke Blüten zu bewundern.

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Donnerstag, 16. Juni 2016
Hast du noch oder bist du schon?
Mit dem Haben hab ich das ja schon länger nicht mehr und das ist auch gut so. Mit dem Sein ist's insgesamt ziemlich durch&verwachsen, aber es gibt immer wieder spannende Herausforderungen, bei denen etwas Glück als Helferlein gar nicht so verkehrt ist.

Als frisch gewordener booklooker möchte ich natürlich alle notwendigen Protokolle einhalten, um auch ein guter booklooker zu sein. Gar nicht so einfach. Wenn mein mail-Programm aus welchen Gründen auch immer weiße Buchstaben auf weißem Untergrund zeigt, halte ich das für eine leere mail. Keine Ahnung wieviele ich von den seltsamen Dingern bereits gelöscht habe, aber heute hatte ich endlich mal aus welchem Grunde auch immer die tolle Idee, eine solche "leere mail" mal komplett zu markieren. Ja, was soll man da sagen. Da waren sie ja tatsächlich die so sehnlichst erwarteten Zahlungsinformationen. Meine Güte, wie peinlich wäre das nur geworden, wenn ich nicht diese Idee mit dem Markieren gehabt hätte. Ich mag gar nicht dran denken.
Die Postbüdeljagd stand für heute auf dem Programm und verlief ergebnislos, jedenfalls was den Postbüdel betrifft. Ich war viel zu spät aus dem Haus gekommen, weil ich ziemlich matschig war heute morgen.
Deswegen fuhr ich zum Baumarkt, denn da hatte ich ihn zu einem so fortgeschrittenen Zeitpunkt mal getroffen. Zudem erhoffte ich, dort eventuell Details über seine Route zu erfahren.
Aber das lief anders als gedacht. Der Baumarkt hat bereits weitgehend leere Regale und von irgendwoher hörte ich eine Stimme sagen "...50%..." und klack, kam der switch vom Postbüdel-Hunter zum Schnäppchenjäger. Man muss ja flexibel sein heutzutage, sonst gilt man nix.
Da ich sowieso spekuliert hatte, für meine alte Sense nochmal zwei neue Holzgriffe zu besorgen, machte ich mich auf den Weg in die entsprechende Richtung. Nö, keine Sensengriffe mehr, dafür hing dort noch ein einsamer Sensenstreicher. Als begeistert Schicksalsgläubiger nahm ich die Einsamkeit des Streichers als Zeichen. 7€ wären mir ansonsten zu teuer gewesen, aber mit den 50% im Gepäck kalkuliert es sich ja gänzlich anders, also her mit dem Ding.
An der Kasse stand einer, den ich da noch nie gesehen hatte. Richtig freundlich guckte der nicht. Völlig unüblich eigentlich, die sind da sonst supernett. Der hier sah nicht so aus, als dass ich ihn gebeten hätte mir die Spänebriketts ins Auto zu laden, wie es ansonsten immer bereitwillig gemacht wird. Also keinen Brennstoff kaufen. Auf meine Frage nach den 50% gab es ein ebenfalls nicht richtig freundliches "bis 50%" als Antwort. Ich hielt meinen Streicher hoch "Und der hier?" "50"
"Dann nehme ich ihn." grinste ich ihn an. Nächste schwere Frage "Diese Gummischuhe, auch 50%?" Das wurde bejaht. "Darf ich die hier mal aus der Tüte nehmen zum Probieren?" Durfte ich und fühlte sich OK an das Reinsteigen zur Probe (Zuhause merkte ich, dass es mit dem Laufen leider überhaupt nicht klappt. Mist!) Und dann kam mir ne sensationelle Idee. "Habt ihr nicht auch Briefkästen?" Hatten sie, dritter Gang, 40% "Cool, das sind ja fast 50, hört sich gut an für mich." Meine Güte, fand der denn gar nix witzig? Nö, tat er nicht.
Die Briefkästen waren noch wohlsortiert und kosteten von 45 bis an die 200. Einen der Billigen habe ich dann genommen. Mein Vertrauen in mein gestern erstelltes Provisorium ist nicht so groß, als dass ich mir diese Chance hätte entgehen lassen wollen.
Meine geniale Haushaltshilfe wird sicherlich fähig sein, das Teil an die Wand zu dübeln. Schlagbohrer sind nicht mehr mein Werkzeug, und sie erzählte, dass ihr Dad sie auf selbst-ist-die-Frau getrimmt hat. Sie bevorratet eine umfangreiche Werkzeugauswahl und weiß diese zu verwenden. (Ne Kollegin von ihr ist ne Spezialistin für Schrauberei an alten Autos. Ziemlich toughe Braut, hui.)

Das mit der Post hatte ich im Kaufrausch völlig aus den Augen verloren, also mit der Frage nach der Route. Deswegen eierte ich so auf gut Glück durch die Landschaft. Man kann ja den einen oder anderen Kilometer einsehen, sodass mir ein Postbus eigentlich nicht entgehen sollte. Doch nix mit Postbüdel, weshalb ich die Gelegenheit beim Schopfe ergriff, einen alten Bekannten nach mehrjähriger Besuchspause doch mal zu besuchen. Er ist mein "Militärexperte", hat mal als Helfer bei den Schlapphüten gearbeitet und sieht Vieles echt anders als ich. Das haben wir in mühseligen Annäherungen geklärt... dachte ich, aber meine lange Abwesenheit hat seiner Weltsicht offenbar gar nicht gut getan.
Erst stellte er sich als der falsche Berater in Sachen Bloggen heraus und dann kam er wieder mit diesem Kalifatsscheiß und anderen antiislamischen Dummerhaftigkeiten. Puha, wenn echt schlaue Leute auf so einen Dünnpfiff anspringen, wird es meist schwer bis unmöglich, sie da wieder rauszuholen aus ihrem Denksumpf. Das läuft dann um der Stimmung Willen auf ein "agree to disagree" hinaus, was bei wirklich wichtigen Themen irgendwie unbefriedigend ist, wie ich finde.
Das mit dem Bloggen war dann schon lustiger, auch wenn wir da in unterschiedlichen Lagern hausen. Er hat mal vor Jahren ziemlich viel Energie in einen politischen Blog gesteckt, den er betrieb. Das wissend hielt ich ihn für die richtige Adresse, um mir mal diesen ganzen Krempel mit den referrern&co erläutern zu lassen. Das machte er dann auch, wobei ich dann feststellte, dass es für mich keine relevante Information ist, weil meine Intentionen gänzlich anders gelagert sind, als es die seinen waren.
Eigentlich dürfte das ja nicht problematisch sein, was es auch nicht war und irgendwie doch.
Als ich ihm sagte, dass ich kein Interesse daran hätte ein "berühmter Blogger" zu werden oder gar Kohle damit machen zu wollen, hat er das zwar zur Kenntnis genommen, aber anscheinend nicht richtig verarbeiten können. Er musste offenbar seinen gesamten Köcher leeren, sodass ich viele spannende Tipps&Tricks zum Ankurbeln meiner Leserzahlen bekam. Er war mal während seiner blogaktiven Zeit von einem Journalisten von der "Welt am Sonntag online" erwähnt und natürlich auch verlinkt worden, was seinen counter durch die Decke schießen ließ. Das fand ich schon beeindruckend aber eben nicht nachahmenswert. Agree to disagree so weit das Auge reicht.

Auf dem Weg zu ihm raus (Die wohnen da noch ein Stück einsamer als ich, aber hallo) kam ich an einem seltenen Anblick vorbei und zückte sofort die mitgeführte Cam



Drei Tierarten friedlich, wie es sich für friedliebende Tiere gehört, nebeneinander in "freier Wildbahn". Das sieht man so nicht häufig. Und? Alle drei erkannt? Ich helfe mal mit Gezoomtem etwas weiter:



Im Vordergrund die Ohrmarkenhalter wurden früher Kälber genannt. Die Babys der Kuh und die trinken Milch. In deutlich weniger als vierundzwanzig Monaten werden sie in einem Hamburger vorzufinden sein. Schön ausgemergelt in industriellem Maßstab. Zuvor werden sie, so hofft jedenfalls der sie besitzende Tierquäler, noch ca 15000 Liter Milch von einem Melkroboter entnommen kriegen. Die moderne Kuh gibt keine Milch mehr. Diese Milch wird dann als Fettarme (Ultrahocherhitzt), frische Vollmilch (Ultrahocherhitzt) oder auch fette Biomilch (Ultrahocherhitzt) beim Discounter zu erwerben sein.
Vielleicht gehören diese Kälbchen aber auch zu einem Bauern, der softcore-Milchviehhaltung betreibt. So einen soll es in der Ecke nämlich auch geben. Muß ich mich wohl noch mal schlau machen.
Zudem sind Schafe&Lämmer im Hintergrund zu sehen. Die zweite der drei angekündigten Spezies.



Ein Flock Stare, die dort irgendwas intensiv suchen. Vielleicht hat einer seine Aufenthaltserlaubnis verloren und die Anderen helfen ihm ganz solidarisch. Vielleicht gibt es jedoch genau dort ganz besonders viele Würmer. Ich habe es nicht überprüft.

Die nächsten Bilder, die das Landleben dem Städter näher bringen werden im Kommentarbereich zu finden sein.

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Dienstag, 14. Juni 2016
Mit Rödeldraht und Tüdelband komm ich durchs ganze Land
Wenn sich Pläne anders gestalten als geplant, stecken ja zumeist diese manchmal echt fiesen Imponderabilien dahinter, aber manchmal können sie auch segensreich sein.
Wegen meines anberaumten Besuchs in meiner Lieblingsbuchhandlung habe ich einen Preischeck gemacht. Gar nicht schlecht die Idee, denn eines der gesuchten Bücher war für nur 55€ im Angebot. Ich hatte es vor Jahren zwar bereits mal für preisbrecherische 40€ gesehen, aber damals hatte ich die Kohle nicht richtig über, sodass ich das Ganze letztendlich verzaudert habe.
Das sollte mir diesmal nicht passieren. Dafür war ich sogar bereit meinen Widerwillen gegen Registrierungen mit anschließendem account- und Mitgliedsgewixe spontan und temporär über Bord zu werfen. Jetzt bin ich stolzer booklooker. Klingt doch gar nicht mal so schlecht, wie ich finde :-)

Bei Amazon war das Ding für 96€ im Angebot. Die übliche Dimension, die mir bisher einfach zuviel war, zumal das Teil damals original 120DEM kostete, also deutlich über Erscheinungspreis gehandelt wird.
Da ich davon ausgehen muss, dass der lokale Buchhändler mir das Ding für 55 besorgen aber für 100 verkaufen würde, ist die Selbstbestellung dann als einziger Ausweg übrig geblieben.
Die anderen beiden Teile der Trilogie habe ich dann noch für bummelig 15€ dazu bestellen können, sodass der ganze Hinkel zwanzig Tacken weniger kosten wird, als es das eine bei amazon getan hätte.

Weiterhin prickelnd an der Angelegenheit ist der Umstand, dass ich jetzt die ersten Überweisungen meines bewegten Lebens tätigen werde, bei denen nicht mehr Bankleitzahl und Kontonummer relevant sind sondern diese IBAN-Scheiße. Das wird spannend. Hoffentlich kriege ich das hin, denn ich mache kein home-banking. Da meine Betreuerin auch Fernzugriff auf mein Konto hat, habe ich mir überlegt, dass es sehr ungünstig ist, wenn ich ebenfalls auf diesem Wege Geldbewegungen veranlasse. Es muss ja nur mal irgendeine Störung auftreten und dann wird gar nicht erst diskutiert, wer denn der Versemmler ist. Die professionell integre Betreuerin oder der privat verrückte Betreute?
Das bedeutet in diesem Falle, dass ich -ohne funktionstüchtigen Drucker lebend- die Bankdaten handschriftlich fehlerfrei bis zum Kontoserviceautomaten der Bank schaffen muss, um sie dort dann fehlerfrei einzugeben. Der doofe Automat lässt dich nur stehend bedienen und wendet sich von der Schriftgröße her auch an den Rest der Eingangshalle, in der er steht. Superdoof gelöst. Naja, dafür haben sie an der Eingangstür ein glänzendes Messingschild, auf dem die Barrierefreiheit des Hauses gelobt und mit einem Preis versehen ist. Dann kann ja nix mehr schief gehen.

Doch dieser spontane Bestellwahn hat mich ebenfalls in den Zugzwang gebracht, mir einen Briefkasten zu verschaffen, da ich ansonsten als Annahmeverweiger keines der zu erwartenden Päckchen je zu Gesicht bekäme.
Woher bekommt man auf die Schnelle einen Briefkasten? Richtig, der Titel deutet es bereits an, durch geschwindes Basteln mit eigener eingeschränkter Hand. Das Ergebnis meines kreativen Anfalls ist auf folgendem Photo zu bewundern:



Der Eimer mit Deckel enthielt mal Meisenknödel. Keine Ahnung, wie ich an so ein Teil komme, denn das kleine singende gefiederte Volk wird selbstverständlich von mir nicht gefüttert. Wenn mein Garten nicht ausreicht, die über den Winter zu bringen, dann Pech gehabt. Natural selection & Co lassen grüßen. Außerdem wäre das auch indirektes Katzenfüttern, fein aber gemein.

Das Klebeband ist genauso wie die Farbe nicht wasserresistent, wodurch mein Elaborat zu einem kurzfristigen Provisorium wird. Angeblich hält ja nichts länger als ein Provisorium, aber Ausnahmen bestätigen bekanntermaßen Regeln.

Was sich jetzt allerdings deutlich schwieriger gestaltet als erahnt, ist die Bekanntmachung meiner Statusänderung bei den richtigen Leuten.
Weder Post noch DHL oder ähnliche Firmennamen spucken eine Nummer aus, die in der oder um die lokale Metropole Bedeutung haben könnten. Gar keine Nummer.
Erst als ich nach diesen Poststellen, die in Läden integriert sind, suche kommen jedenfalls Firmenamen, aber konsequent -für ein Telefonbuch.de sogar erstaunlich konsequent- gibt es keine Nummern zum Anrufen. Wie blöd ist das denn nur?
Über den Namen einer der Postannahmestellen gibt's dann doch ne Nummer, was jedoch nur teilweise weiterhilft. Innerhalb des Ladens werde ich durchgestellt zur anwesenden Spezialistin, die wie alle zuvor Gefragten keinerlei Ahnung hat, von wo die Postboten denn ihre Touren starten. Aus dem Märchenwald, dem Nirvana oder ein Wurmloch? Keiner weiß es. Wir scherzten etwas über die absurde Situation, und dann sagte sie mir zu, sie würde dem heute noch eintreffenden Postabholer mein Problem schildern. Möglicherweise könnte er das dann an die richtige Stelle, halt meinen Postbüdel, weiterleiten.
Da ich natürlich nicht weiß, ob das auch funktioniert, muss ich mich wohl morgen mal auf die Lauer legen und im Zweifelsfall das Dorfgebiet großzügig durchstreifen. Postbüdel-Hunter, das wollte ich schon immer mal versuchen :-)
Für den Postbüdel wird da deutlich Mehrarbeit anfallen. Früher stand der Briefkasten an einen Pfahl geschraubt unten an der Straße. Da ich allerdings die fünfzig Meter für unerwünschte Werbung nie zurückgelegt habe, wurde aus dem Briefkasten eine Schneckenfütterungsstelle. Die egal ob mit oder ohne Haus mögen Papier und sind dabei geduldiger als selbiges. Ob Werbung, Rechnung oder Amtsschreiben, die finden alles lecker.
Nun muss der Postbüdel hoch zum Haus, was dann ca dreißig bis vierzig Meter pro Tour für ihn bedeutet. Wenn nicht gerade außerordentliche Trockenheit herrscht, ist meine Auffahrt schwer begehbar. Ziemlich rutschig der Kram. Die Vom Pflegedienst haben sich Alle schon mal lang gemacht im Matsch, hihi. Das ist nicht etwas Gehässigkeit, die mich da kichern lässt, sondern die Verwunderung darüber, dass keiner über den rasen geht, da der sowohl bei Nässe als auch starkem Frost den sichersten Tritt gewährt. Sage ich denen auch immer, aber... tja, aber... ich schnalls nicht und erklären tut's auch keiner.

Das mit meinen beiden Noldes nervte mich doch etwas. Deswegen habe ich mal versucht, mit nem Handfeger Abhilfe zu schaffen. Beim einen Bild hat das auch ganz gut geklappt. An das andere komme ich leider nicht richtig ran. Die Cam zeigt es genau, aber egal, sowas kann doch die Kultur nicht erschüttern oder?





Warnung, Obacht! Die hier gezeigten Abbildungen sind schon alt (4 -5 Dekaden) und verblichen. Es sind fast schon Falschfarbendarstellungen, wie mir der Vergleich mit einer druckfrischen Postkarte mal aufzeigte.

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Sonntag, 12. Juni 2016
ZDF EM live - Highlights, Anal...
Welch seltsamer Geist über dieser EM liegt, ist mir noch schleierhaft.
Die Überschrift dieses Beitrags lässt diesbezüglich sicherlich Einiges erahnen. Den Ausschnitt eines Beweisphotos habe ich selbstverständlich auf Lager und liefere den Beleg unaufgefordert. Möge es meiner Glaubwürdigkeit auf die Beine helfen.



Eigentlich sehe ich recht gerne die internationalen Turniere. Bundesliga ist nicht ganz so mein Fall, obwohl ich da auch mal ein Auge riskiere, wenn mir gar nix Anderes einfällt. Grundsätzlich ist mir eine ganze Saison jedoch zu lang, denn jeden Sonnabend um 18:00 die Sportschau ins Leben einzuflechten, gefällt mir nicht so sehr. Es käme mir irgendwie so vor, als würde ich mein Leben an die Sportschau flechten.
Die alternative Quelle zur passiven Bundesligateilnahme wird mit dem "aktuellen Sportstudio" geliefert. Hier wird davon ausgegangen, dass sämtliche Ergebnisse bereits bekannt sind. Mit Medienmuffeln wie mir rechnet keiner mehr. Oder steht der ungespoilert bleiben wollende Medienmuffel sogar unter einem speziellen Bann? Oder wie erklärt es sich, dass -so jedenfalls mein Kenntnisstand- nirgends Möglichkeiten bestehen, ungespoilert eine Konserve zu betrachten.
Ich habe überhaupt keinen Kummer damit, ein Spiel auch nachträglich noch anzuschauen. Doch ist das übers Internet schon mal nicht möglich, weil ich auf dem Klickweg dorthin mit dem Ergebnis bombardiert werde. Dann ist die Lust weg.
Die Champions-League-Spiele werden im ZDF immer gegen 01:00 nochmal wiederholt. Das ist auch äußerst schwierig da ungespoilert einzusteigen.
Man kann ja den live-stream in den Mediatheken um eine knappe halbe Stunde "zurückspulen", was ich für eine tolle Bereicherung halte. Wie häufig verpasse ich auch bei anderen Sendungen den Anfang. Dann schwups den Schieberegler auf den gefühlt korrekten Zeitpunkt bringen, und es geht richtig von vorne los. Schiebt man zu weit, landet man halt in den Restminuten der vorherigen Sendung. Vor der Champions-League-Wiederholung sind Nachrichten, die wie Nachrichten es nun einmal so machen, am Schluss Sportberichte bringen. Natürlich das Spiel des letzten Abends. Teilweise nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Tore im Schnelldurchgang. Wie ätzend ist das nur. Da habe ich schon verrückte Versuche gemacht, dem mit einer technischen Lösung zu begegnen. Sound muten und den rechten Zeitpunkt ohne richtiges Hingucken treffen. Also das Höchstmaß an selektiver Wahrnehmung, zu der ich vorsätzlich fähig bin. Das hat sogar ein paar mal geklappt, doch hatte ich das Gefühl, dass mich so viel blöde Verrenkungsenergie in dieselbe Ecke bringt, in der der Standardfußballfan rumlungert, um die nächsten aufwändigen Pläne für weiteren Fußballgenuss zu schmieden. Aber ich bin doch gar kein Fußballfan... jedenfalls nicht son Standardmodell und sowieso.
Eigentlich gucke ich ja auch lieber Damenfußball. Die vorletzte Frauen-WM in Deutschland hat mir riesigen Spaß gemacht. Und die Bundestrainerin ist echt ein steiler Zahn. Alle Achtung.
Letztes Jahr die FWM in Kanada war allerdings nur geht so. Die unmöglichen Zeiten (wie auch anders?) haben erfolgreich verhindert, dass ich jedes Spiel verfolgte. Auch hat mir der Kunstrasenscheiß den Spaß etwas verdorben, da ich mir sicher bin, dass etliche eigentlich gute Spielzüge an diesem Belag gescheitert sind. Und dann müssen die Dinger auch noch mit Wasser gesprengt werden, was für nur kurze Zeit Effekte zeitigt, aber gleichzeitig eine Verballhornung der globalen zunehmenden Verknappung von Trinkwasser darstellt. Äußerst unglücklich das Ganze. Genauso wie die Erhebung des Golfspiels in den olympischen Stand. Golfplätze gelten als eine der Ursachen, die für die Desertifizierung der iberischen Halbinsel verantwortlich sind. Muss angesichts derartiger Fragwürdigkeiten das Golf Spielen so geadelt werden? Nö, das hätte man geschmeidiger regeln können.

Mein Einstieg in die aktuelle EM lief wie folgt:
"Na, hast du gestern das Eröffnungsspiel gesehen?"
"Ähh, gestern?"
"Ja, Frankreich gegen Rumänien"
"Ach, das fängt gar nicht Sonntag an? Aber da spielen doch die Deutschen oder?"
"Jo, tun sie."
"Und? Wie war das Spiel gestern?"
"Für einen, der gewettet hat, dass es 3:1 ausgeht, war es bestimmt nicht schlecht. Wir haben nur die letzten fünf Minuten gesehen."

Tja, wir sind sehr fußballinteressiert hier. Das kann man sofort merken. Als ich nach meiner samstäglichen Einkaufstour wieder zu hause war, fiel mir tatsächlich ein, dass ja aller Wahrscheinlichkeit nach irgendein Nachmittagsspiel laufen müsste. Und siehe da, ich stieg in der Halbzeit zu bei Wales gegen Slowakei, das sich nicht als echter Reißer zu präsentieren wusste, obwohl es vom Torverlauf her eigentlich ganz spannend hätte sein können/müssen. 1:0, 1:1, 2:1 klingt ja so ganz OK, aber das europäische Männerniveau kommt mir keineswegs höher vor als das terranische Frauenniveau (Gilt das möglicherweise auch für Nichtfußballerisches?)

Das Abendspiel war mit England gegen Russland ja fast schon ein Politikum. Die gewaltbereiten Fans beider Mannschaften haben dann auch gezeigt (vorher&nachher), dass Sport generell völkerverbindend ist. Erst nationenübergreifende Kampfsportperformances und danach intensives Verbinden. Klingt doch fast nach einem gelungenen Volksfest.

Und was unsere Gurkentruppe, die dann als Turniermannschaft wieder zur einvernehmlich agierenden Großgurke (nipponenddarmkompatibel?) mausert, morgen abliefert, wird bestimmt mindestens schwarz, rot und gold, und das ist doch auch schon mal was.

Ursprünglich hatte ich mir für heute einen ganz verwegenen Plan ausspekuliert. Letztes Wochenende wurde mir erzählt, das Noldemuseum würde heute seinen 60ten Geburtstag feiern, und dafür sei der Eintritt frei. Hmm, das klingt verlockend. Das letzte Mal war ich vor, tja, wann denn nur? Also momentan schätze ich, dass es achtundzwanzig Jahre her sein müsste, aber ich bin mir nicht wirklich sicher. Könnte auch etwas weniger sein.
Deswegen fand ich den Gedanken ganz interessant, doch mal wieder dort vorbei zu schauen. Und weil meine vergangenen Besuche immer in weiblicher Begleitung verliefen, dachte ich mir, dass ich als diesbezügliche Reminiszenz dort vielleicht mit (selbstverständlich?) keuschen&lauteren Absichten ein Flirtopfer ausfindig machen könnte. Wer Museen aufsucht, dürfte nicht spontan von einem verkopften Verrückten abgeschreckt werden, ergab meine diesbezügliche Zielgruppenanalyse.
Sollst du? Sollst du nicht? Grübel grübel und studier, warum bleib' ich nicht einfach hier? Der ganze aufregende gedankliche Vorlauf zerschlug sich auf ganz simple Weise. Kein freier Eintritt heute. Einer von meinen Kumpels hatte seinen Jungen über's Wochenende und war wegen des vermeintlich auch heute stattfindenden Kinderfests vor Ort gewesen. Nö, die Kasse war auf. Morgen, am Sonntag ist das Fest.
Dann galt mein nächster zweifelhafter Punkt einem anderen eher technischen Problem. Wie nah kann man an das Museum heranfahren, ist keine unerhebliche Frage für mich. So vier- bis fünfhundert Meter müsse man schon zu Fuß zurücklegen vom Parkplatz aus. Heilige Barrierefreiheit aber auch, wie soll (ich) das denn gehen? Der Weg sei eben, ohne Huppel oder Schlaglöcher. Ich könne doch das Longboard leihen, um dann mit Armkraft dahin zu flitzen. Blöde Behindertenwitze, die genannte Strecke entspricht etwa der doppelten Entfernung meiner weitesten "Spaziergänge". Die sind so mickrig, dass ich sie in Tüttelchen schreibe, um anzudeuten, dass es eher ein prinzipielles Spazieren ist und kein echtes mit Strecken Zurücklegen, Landschaft Durchqueren und so.
Zweimal zur Brücke und zurück, und dann bin ich erst da. Tja, das Museum selbst ist nicht so supergroß, aber durch den Garten, der als obligatorisches addon zum Programm gehört, lauert da der nächste halbe Kilometer. Echter Doppelmist, ob ich mir das wirklich antun sollte, scheint mir wenig ratsam. Das Phänomen Rückweg ist ja auch noch mit im Boot. Schaunmermal...

Dass ich den Weg nach Seebüll nicht vollendete, verdanke ich dem Umstand, zuvor ein anderes Attentat als ne Flirtattacke auf der to-do-list hatte. Ich war auf der Suche nach einer Person, die für mich etwas im Internet bestellt. Genauer, einige Bücher bei Amazon. Dort hatte ich vor keine Ahnung wann mal etwas bestellt, aber an meine account-Daten kann ich mich nicht mehr erinnern. Ein neuer account kommt nicht in Frage, weil mir diese ganze Anmelderei überall inzwischen absolut zuwider ist. Deswegen wollte ich einen gewohnheitsmäßigen im-Internet-Besteller für mich gewinnen.Sollte doch nicht so schwer sein, war meine Annahme. Als bekennender Verweigerer solcher Besorgungsgepflogenheiten wähnte ich mich als im Unikatstatus befindlich.
So kann man sich täuschen. Mein erster Versuch ging an meine neue Haushaltshilfe. Die macht facebook, wie ich in den Gesprächen mit ihr erfahren hatte, weshalb ich stumpf davon ausging, dass sie "voll vernetzt" und sowieso konsumfreudig sei, halt im Rahmen ihrer bescheidenen Verhältnisse.
Doch sie teilt meine Abneigung gegen Internetgeschäfte. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. So jung und so weise, Potzdonner, was für eine angenehme Überraschung. Sie erzählte mir dann, dass sie mal geleimt worden sei. Ein Übelkübel hatte den fb-account ihrer Freundin gehackt und sie (die Haushaltshilfe) dazu getrickst, ihm ihre Handy-Nummer zu geben. Damit kann man scheinbar via Paypal dann konsumieren auf des Handy-Eigners Kosten. Die Paypal-Jungs hatten ihr versichert, dass Alles Rechtens sei, also sie keinerlei Ansprüche auf Erstattung oder sonstwas hätte. Da sie kein Paypal nutzt, wo zu auch ohne Internetkaufabsichten, bestand seitens der Paypal-Mafiosi keinerlei Grund, ihr irgendwie hilfreich entgegen zu kommen. Ihr Handy-Nummer wurde zu einer Art blacklist hinzu gefügt, um weitere "Unfälle" dieser Art zu vermeiden. Das war's. Da es "nur" um gut fünfundzwanzig Eu ging, verbucht sie das ganz munter als Lehrgeld. Retrospektiv hätte sie nämlich den fake mit dem Profil durchaus als solchen erkennen können. Selbst Schuld, sagt der Zeitgeist. Quatsch, sage ich. Wie paranoid müssen wir durch's Leben hasten, um ja der eigenen Schuld nicht zu begegnen? Und die tut immer besonders weh, wenn man sie doch mal trifft respektive von ihr in Keulenform getroffen wird. Das ließe sich geschmeidiger regeln.

Also kam meine anbetungswürdige Haushaltshilfe nicht in Frage, um für mich die eng bedruckten holzpapiernen Kohlen aus dem trickreichen Feuer zu holen. Deswegen meine Unterbrechung der Museumstour, die dann letztendlich zum vorläufigen Abbruch führte. Als ich ankam beim Ort des geplanten zweiten Versuchs, einen willigen und kompetenten Helfer zu finden, wurde ich dort mit den bedeutungsvollen Worten begrüßt, während ich mich über den Rasen auf die dort Versammelten zubewegte. "Du läufst ja wie ein Mensch." Was soll man dazu sagen? "Ich war auch noch nicht so weit heute." mehr fiel mir nicht ein. Dabei halte ich mich für schlagfertig, wie lustig. Aber immerhin, Laufen wie ein Mensch, auch nicht das Schlechteste. Gehn wie ein Ägypter ist natürlich unendlich viel cooler. ;-)

Dann brachte ich nach dem oben angerissenen Fußballschnack mein Anliegen mit der Bestellgeschichte vor. Obwohl ich dort bereits mehrfach die Ankunft von Päckchen als grundsätzlichen Beleg für die Nutzung des Beschaffungsmediums Internetbestellung persönlich miterlebt hatte, gab es niemanden mit aktivem Amazon-account. Die Dame des Hauses hatte auch so ein zombinöses account-Ding wie ich, wobei sie jedenfalls gute Chancen darauf hat, wegen ihrer bereits lange in Gebrauch befindlichen Emil-Adresse ein neues Passwort erhalten zu können.
Aber dann fing sie an zu spotten "Du willst im Internet etwas kaufen, Du?" Da hatte sie mich. Oben steht ja dass ich bekennender Verweigerer bin. Sie hat sich das gemerkt, nicht schlecht. Man hört mir offenbar zu und nimmt mich ernst. Da machte ich dann einen halben Rückzieher. Ob ich sie als Notnagel in der Hinterhand behalten dürfe, ich würde Montag in meiner Lieblingsbuchhandlung mal nachfragen, ob die mir den Kram nicht besorgen könnten. Wenn der Aufpreis in meiner finanziellen Reichweite läge, würde ich ihn um der guten Sache (Lebenserhaltung für den Einzelhandel) dann auch zu tragen bereit sein.
Nun bin ich mal gespannt, was die Profis mir wohl für ein Angebot machen werden. Mehr als 10% will ich eigentlich nicht raustun, denn dann wird mir das Gesamtpaket, das ich auf 110 - 120 € schätze, nämlich doch zuviel irgendwie. Schaunmermal...

Eine andere interessante account-Geschichte wird (hoffentlich) auch am Montag vorangetrieben werden. Dann kommt meine Betreuerin zu Besuch wegen der Fahrzeugpapiere für die Behindertenermäßigung bei der Autosteuer. Da will ich sie mal drauf ansetzen, meinem schlechten Leumund bei der Schufa mal zu Leibe zu rücken. Ich habe da zwar selber mal einen Blick geworfen, aber schon wieder einen account und das, obwohl ich die Dinger zu meiden versuche. Nee, n Schufa-account, bitte, was soll sowas nur? Wer braucht das? Hoffentlich hoffentlich hoffentlich nicht ich. Das muss doch anders gehen. Ansonsten ist das erpresserische Nötigung, ein durch's Handelsrecht und ähnliche Unmöglichkeiten inzwischen alltäglich gewordenes Vergehen.

Naja, immerhin bleibt so das Leben schön spannend und bietet viel Unangenehmes. Ist wohl die Zeit dafür.

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Mittwoch, 8. Juni 2016
Nordlichter gut im Stande, kümmerliche Weißrussen und überlegene Weiß-nicht-ob-die-gehn
Viel viel viel zu spät aber immerhin sind sämtliche Bestellvorgänge des Growens nun erledigt.
Vom Schneckenkorn tödlich kontaminierte Capopoden hinterlassen diesmal so dermaßen viel Schleim, wie noch nie zuvor in meiner Laufbahn. Himmel, ist das mal ekelhaft, brrr.
Aber die grün-metallisch glitzernden Mistfliegen sind ein Augenschmaus, weil sie funkeln wie Feenstaub und netterweise den trockenen und glitzernden Schleim verdecken. Die mögen das Zeug. Hoffentlich können sie auch das Gift darin ab, das ja Haustieren aus der Streichelecke angeblich nicht schaden soll. So steht's jedenfalls auf der Verpackung.

Wird echt Zeit, dass es mal gehörig regnet. Jetzt in der Phase des Anwachsens könnte ich zwar mit einmal einer Kanne Wasser auskommen, aber sobald die größer werden, reicht das bei Weitem nicht. Da muss Hilfe von oben her.

Mein "geheimer Garten" ist morgens schattig, aber Plätze, die den ganzen Tag Sonnenschein erleben, habe ich nicht mehr auf dem Grundstück.
Das ist zwar mal so von mir planvoll Herbeigeführt worden, aber damals (vor 25 Jahren) konnte ich mir natürlich(?) nicht vorstellen, wie es letztendlich werden würde, wenn mal alle gepflanzten Bäume groß wären.
Ziel war es tatsächlich, mit der Pflanzaktion auf die Prognosen das Weltklima betreffend zu reagieren. Dann noch das Waldsterben generell als Schock in den Gliedern und die Realisierung des Ulmensterbens, das mit so Sprüchen wie "Schon vom Ulmensterben gehört? in Holland soll es schon keine mehr geben. Der Ulmensplintkäfer macht das..." in meine Lebenswirklichkeit eindrang.
Hier in der Gegend ist die Ulme der Baum schlechthin gewesen. Zum Verbrennen zuviel Asche, als Bau- oder Tischlerholz wegen verdrehter Faserführung ungeeignet, aber genau deswegen besonders windresistent und zudem äußerst laubreich.
Das normale Friesenhaus ist immer in West-Ost-Richtung gebaut. Dann sind die kurzen Seiten den Hauptwindrichtungen zugewandt, was natürlich neben der Stabilität auch für Energievorteile sorgt.
Und die Westseiten der Häuser wurden mit einem kleinen Ulmenwald zusätzlich gegen den Wind geschützt. Je nach Größe der Warft liregen auch Obstgärten in diesen Schonungen.
Mit dem Ulmensterben, das in den 90ern hier radikal zuschlug, sind bummelig zwei Drittel bis drei Viertel der durch Bäume gebildeten Biomasse verloren gegangen.
Der Löwenanteil dürfte verheizt worden sein ungeachtet der Ascheentwicklung. Ich habe auch ein paar Winter davon "profitiert", was für mich allerdings keinen richtigen Wohlfühlprofit darstellte, weil da auch ne eklige Kriegsgewinnlerkomponente drin steckt.

Die solchermaßen kahl gewordenen Warften und Grundstücke führten zum unschönen Effekt, dass selbst alte Häuser plötzlich einen "Neubauflair" hatten, denn überall standen nun Ersatzpflanzungen wie sie in jedem Neubaugebiet zu finden sind.
Ein Haus ohne Bäume ist nach meinem Empfinden irgendwie unvollständig. Da fehlt eben was, und zwar mindestens ein Baum. Und je älter so ein Baum ist, desto mehr Atmosphäre hat das zugehörige Grundstück. Ziemlich einfach eigentlich.

Der volatile Immobilienmarkt erweist sich ätzenderweise ebenfalls als Baumkiller. Fast jedesmal, wenn ein Eigentümerwechsel vonstatten geht, findet ein Kettensägenmassaker statt, wonach des betreffende Grundstück dann aussieht wie in einem beliebigen Katalog. Der Hauskäufer heutzutage scheint sich für anderes zu interessieren als durch Bäume&Büsche erzeugtes Wohlfühlambiente, schade eigentlich :-(

Im TV fällt mir immer wieder auf, dass offenbar bundesweit so unschön mit unseren Baumbrüdern&Schwestern verfahren wird. Überall sieht's beschissener aus, als nötig wäre.
Dabei speichern Bäume in sich (sie bestehen aus) Kohlendioxid und Wasser. Das eine ist zuviel in der Luft und das andere im Meer. Warum stellen wir das Zeug nicht einfach formschön in unsere Lebenswelt und genießen das noch?

Hier also ein Bild von meinem Kampf gegen die baumfressenden Winmdmühlen respektive von einer noch existierenden Lücke im Blätterdach.



Im Bild nicht zu sehen, der überlegene Weiß-nicht-ob-die-gehn, deswegen eine klärende Nahaufnahme:



Den putzigen Namen haben die aus der Praxis. Mit den Worten wurden mir die Samen überreicht, nachdem ich gefragt hatte, ob einer wisse, wo man welche herbekäme.
Und die stellten sich als voll überlegen heraus. Nach den edlen Kaufsamen angesetzt keimten sie schneller und erweisen sich momentan als wüchsiger. Vermutlich keine Hochzuchtsorte sondern echter Knaster Qualitätsstufe Hecke. Sowas liebe ich :-)

Im Kommentarbereich gibt's die anderen im Titel angekündigten Kollegen zu sehen.

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